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Stürmischer Herbst in Müschen

von Karin Legler

Von Dorffest bis zum Laubharken: ein kleiner Rückblick

Nicht wenige Müschener fragten sich im Sommer, wann denn unser Dorffest stattfindet?
Das Warten wurde schließlich an einem stürmischen Herbsttag belohnt. Fleißige Helfer hatten am Tag zuvor das Festzelt sturmsicher aufgebaut. Am späten Nachmittag trafen sich die Jüngsten des Dorfes mit ihren Eltern und Großeltern zum Lampionumzug, der im herbstlich geschmückten Festzelt endete. Dort konnten von kleinen und großen Müschener Künstlern kunstvoll geschnitzte und dekorierte Kürbisse bestaunt werden. Die drei schönsten Gruselgesichter wurden von einer Jury prämiert. Beim lange erwarteten Kulturprogramm sahen die Zuschauer über 60 Minuten Tanz, Sketche und eine sehr gelungene Playback-Show. Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene des Dorfes hatten sich auf ihren Auftritt bestens vorbereitet. Als Gäste wurden das Tanzensemble „Junique“ aus Burg herzlich begrüßt. Das Remake von „Dirty Dancing“ - bravourös dargeboten von der Müschener Jugend - musste gleich zweimal aufgeführt werden. Später lief die Stimmung, angeheizt durch die Disco „Party-D“ aus Drebkau, zur Höchstform auf. Vom Herbststurm draußen bekam man im Festzelt wenig mit.

Spurensuche

Acht Tage später trafen sich ca. 30 Müschener, Kinder, Eltern und Großeltern, um auf den „Spuren von Oma und Opa“ das Leben im Heimatdorf vor 60 Jahren kennenzulernen. Initiator war Manfred Brunke, der seine Kindheit in Müschen verlebte. Zu Beginn gab es ein Gruppenfoto vor dem Spritzenhaus - geschossen mit der Kamera „Box- Tengor“ aus dem Jahr 1932. Erste Station war das ehemalige Grundstück von Heinrich Dück. Hier steht der letzte intakte Ziehbrunnen des Dorfes. Die neunjährigen Erik und Ben mussten sich ganz schön anstrengen, um Wasser mit den alten Blecheimern hochzuziehen. Manche Kinder sahen hier auf dem Hof auch zum ersten Mal ein „Plumpsklo“. Schwer vorstellbar für einige, dass man dort auch im Winter und nachts hingehen musste. Weiter ging es zur ehemaligen Dorfschule, wo die Kinder alte Schulbänke, Schiefertafel, Griffel, Rechenschieber und Tintenfass ausprobierten. Auch die Spiele der Kinder von einst - Hopse und Murmeln - machen auch heute noch Spaß. Aus einem alten Klassenbuch erfuhren sie, dass ihre (anwesenden) Opas einst gute Schüler waren. Als Erinnerungsgeschenk bekam jedes Kind ein Leinensäckchen aus echter Müschener Leinwand mit Murmeln darin. Dann ging es zu Heinz Budischin. Er zeigte die Handhabung einer Topfpresse, eine Arbeit, bei der die Kinder früher ihren Eltern oft helfen mussten. Am nächsten Treffpunkt dengelte Reinhard Seifert eine Sense, eine Tätigkeit, die nur noch wenige beherrschen und viele Kinder gar nicht kannten. Bei Grete Budischin war der alte Backofen eingeheizt und sie erklärte dessen Arbeitsweise. Der Rundgang endete auf dem Hof von Hans-Walter und Siegbert Budischin, wo alte, sehr gepflegte Landmaschinen, Traktoren und Mopeds bestaunt werden konnten. Nach einem gemeinsamen Essen in der Scheune tobten die Kinder noch lange in diesem für sie ungewöhnlichen Spielplatz.

Laubharken

Zwei Wochen später trafen sich die Einwohner von Müschen erneut, dieses Mal zum traditionellen Friedhofsharken. Auch hier waren die Kinder und Jugendlichen der FFw Müschen wieder zahlreich vertreten. Die vielen fleißigen Helfer harkten schnell das Laub auf dem Friedhof zusammen und brachten es in die vom Friedhofswart Günter Krüger bereitgestellten Säcke zum Container. Als Dankeschön gab es für alle heiße Getränke. An dieser Stelle einen großen Dank an alle Mitorganisatoren und Helfer der Veranstaltungen, an unsere Freiwillige Feuerwehr und an unsere Müschener Jugend.

Autor: Christiane Pfaffe
Quelle: Burger Spreewaldzeitung, 12. Jahrgang, Nr. 13, 13. Dezember 2017

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